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news >> 2014 >> 101215_01

15.12.2010

NPD-Prenzlau äußert sich zum Aussteiger Kevin M.

"Um der Wahrheit Willen"

Prenzlau (ipr) Auf ihrer Website hat die NPD Prenzlau erklärt, dass der Aussteiger aus der rechten Szene, Kevin M., gar kein Aussteiger sein kann, weil er gar nicht zur rechten Szene beziehungsweise zur NPD gehört hat.

"Kevin M. ein Aussteiger?", fragte man sich rhetorisch in einem am 30. November auf der Website des NPD-Ortsbereiches Prenzlau (http://www.npd-prenzlau.de/kevin-m-ein-aussteiger/622 ) veröffentlichten Berichtes. Eigentlich lohne es sich nicht darüber zu schreiben, heißt es dort weiter, aber um der Wahrheit Willen, müssten doch einige Worte verloren werden.

Die verlorenen Worte

"Zum Leidwesen aller aus der pseudodemokratischen Szene müssen wir erklären, dass Kevin M. niemals in unsere Reihen involviert war." In dem Bericht wird beschrieben, dass Kevin M. tatsächlich im März 2009 am ersten Infostand der NPD in Prenzlau aufgetaucht war. Er hatte angegeben, aus Berlin gekommen zu sein. Er soll am Stand einen Annäherungsversuch gestartet haben und abgeblitzt sein. Aus dem Artikel geht hervor, dass die NPDler Kevin M. für einen Gewalttäter und Propaganda-Sprayer hielten. Mit solchen Leuten wollte die NPD in Prenzlau natürlich nichts zu tun haben. "Nachdem er diese Antwort bekam, sah er uns erstaunt an und wurde seit dem Zeitpunkt nie wieder gesehen." So weit die Erläuterungen der NPD zu Kevin M.

Frau Hack sah das wohl anders


Auszug aus dem Brieffoto: ipr

Dass diese Darstellung so nicht ganz stimmen kann, geht aus einem Brief hervor, den die NPD-Kreistagsabgeordnete Irmgard Hack zwei Tage nach diesem Info-Stand an Kevin M. sandte und der gegenrede.info vorliegt. In dem handschriftlich verfassten Brief aus Uhlenhof, dem Wohnort von Frau Hack in der Uckermark, heißt es: "Lieber Kamerad Kevin, wunschgemäß übersende ich Dir das versprochene Material. Ich finde, dass es allen Landsleuten, die noch Deutsche sein wollen, zugänglich gemacht werden sollte, …".

In diesem Schreiben empfiehlt sie Kevin M. und seinen jungen Kameraden das Buch "Der Tod sprach polnisch", denn dieses Buch enthüllt nach Meinung von Frau Hack die wahren Hintergründe um den Beginn des 2. Weltkrieges, "der unserem Volk ständig angelastet wird".

Aus diesem Brief geht auch hervor, dass sie auf ein weiteres Treffen mit Kevin M. hoffte. Sie bot sogar an, ihr Grundstück in Uhlenhof zu besichtigen, "das für Zusammenkünfte nationaler Kräfte jederzeit zur Verfügung steht".

Dass sich Kevin M. an jenem 7. März 2009 das erste Mal im Umfeld der Prenzlauer NPD zeigte, ist schlichtweg der Tatsache geschuldet, dass der Ortsbereich Prenzlau erst knapp einem Monat zuvor gegründet worden war. Natürlich kannte man sich schon von früheren Anlässen. So war Kevin M. am 28. Oktober 2008 bei der konstituierenden Sitzung des uckermärkischen Kreistages in Prenzlau anwesend als der Versuch von Irmgard Hack scheiterte, die ihr als Älteste zufallende Eröffnung des Kreistages für eine politische Erklärung zu missbrauchen.


Kevin M. (links) mit KameradInnenfoto: opp

Am 27. September 2008, einen Tag vor den Kreistagswahlen, beging man in Templin ein Demokratiefest als eine Reaktion auf die Ermordung von Bernd K. durch zwei Templiner Rechtsextremisten. Auf diesem Fest zeigte sich der NPD-Kandidat für den Wahlkreis Templin, Stefan Schulz, mit Angehörigen einer neuen Kameradschaft, den "Hatecore Warriors Uckermark". In dieser Gruppe "Autonomer Nationalisten" befand sich auch Kevin M.

Ein früheres Treffen mit uckermärkischen NPDlern gab es mit großer Sicherheit bereits am 15. März 2008 in Schönow, einem Ortsteil des am Rand von Berlin gelegenen Städtchens Bernau. Dort trafen sich weit über hundert NPDler und sogenannte "Freie Kräfte". Das unter strenger Geheimhaltung vorbereitete Treffen für Berliner und Brandenburger Rechtsextremisten diente damals dem Kennenlernen im Vorfeld der brandenburgischen Kommunalwahlen.



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