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news >> 2014 >> 100613_01

13.06.2010

Nazi-Demonstration in Bad Freienwalde für ein freies Jugendzentrum

Frei von was? - Vielleicht von den Antideutschen?

Bad Freienwalde (ipr) Nur wenige Kameraden aus den rechten Szenen der Uckermark, des Barnim, des Märkisch-Oderlandes und Berlins waren am gestrigen Samstag dem Aufruf der "Kameradschaft Märkisch Oder Barnim" (KMOB) nach Bad Freienwalde gefolgt, um laut skandierend für ein freies Jugendzentrum durch den ältesten Kur- und Badeort der Mark Brandenburg zu ziehen. Räumlich getrennt davon haben etwa 250 Menschen gegen den Aufmarsch der Nazis protestiert.


FNUMler beim Staunen und Fotografieren.foto: ipr

Im dritten Anlauf hat es damit die KMOB geschafft, eine von ursprünglich sieben vorgesehe- nen Demonstration durchzufüh- ren. Nachdem bereits zwei Aufzüge wieder abgesagt wurden, dann vor zwei Wochen die erste Demonstration durch Bernau am Widerstand der Gegendemonstranten scheiter- te und man vor einer Woche in Eberswalde gar nicht erst antrat, fallen jetzt natürlich die Jubelgesänge der KMOBler entsprechend großartig aus.

"Heut war es soweit. Die KMOB konnte sich sich den geplanten Blockaden des Antideutschen Bündnisses kraftvoll entgegensetzen. Ihre geplante Gegendemonstration war mehr als lachhaft und verlief anscheinend recht früh im Sande. Unsere Demonstration für ein freies Jugendzentrum konnte planmäßig und gewaltfrei durchgesetzt werden was auch dankbar gegenüber der Polizei angenommen wurde, wobei wir hier noch einen Dank an die Sicherheitskräfte ausrichten möchten."

In Bad Freienwalde war der Aufzug der Nazis und die Gegenkundgebung bereits im Vorfeld räumlich voneinander getrennt worden. Die Polizei wollte und konnte durch dieses Vorgehen eine Blockade wie vor zwei Wochen in Bernau verhindern. Nur sporadisch gelangten einzelne Gegendemonstranten an die Marschroute der Nazis.

Die Initiative "Brandenburg Nazifrei" hatte bereits vor der Veranstaltung kritisiert, dass die Polizei Proteste in Ruf- und Sichtweite zu den Neonazis untersagte. Zwar müsse die demokratische Gesellschaft es ertragen, wenn Rechtsextreme das Demonstrationsrecht in Anspruch nehmen. Es sei aber nicht hinnehmbar, dass die Polizei die Feinde der Demokratie von jedem demokratischen Protest abschirme.


Zum Jubeln hat man bei den paar Hanseln wirklich keinen Grund.foto: ipr

Die etwa 60 marschierenden Nazis skandierten Sprüche wie: "Wir kriegen euch alle" und "Eure Kinder sind wie wir!". Man formierte sich in Dreierreihen damit überhaupt so etwas wie ein Demonstrationszug erkennbar wurde.

Wie die Polizei mitteilte, verliefen die angemeldeten Versammlungen störungsfrei. Die Beamten sprachen insgesamt 60 Platzverweise aus und stellte von 27 Personen die Identität fest. Außerdem wurden drei Anzeigen aufgenommen. Die Teilnehmer der Gegenkundgebung seien deutlich in der Überzahl gewesen, sagte ein Sprecher.

Was eine Person veranlasst hat, einen als Ordner eingesetzten Nazi mit einem Luftdruckgewehr zu beschießen, ist bislang noch ungeklärt. Zum Glück musste der Beschossene keine größeren Verletzungen hinnehmen.

Demokratie un(d) Verständnis

Die mit 60 Personen recht geringe Teilnehmerzahl erklärt sich möglicherweise mit der für viele überraschenden Absage der Demonstration in Eberswalde. Vor einer Woche hatte man das Nichterscheinen damit begründet, dass an "jenem schönen Tage auch das Stadtfest in Eberswalde" stattfand. Man hätte sich deshalb kurzerhand entschlossen, "die braven Bürger der Kreisstadt Eberswalde in Frieden feiern" zu lassen. Deshalb wäre man dem Aufruf der Hildesheimer Kameraden gefolgt, sie bei ihrer Demonstration zu unterstützen.

Diese Absage hatte zu heftigen Reaktionen von rechten Kameraden auf der KMOB-Website geführt, die vergebens nach Eberswalde gereist waren. Einige hatten angekündigt, dem Aufruf nach Bad Freienwalde nicht zu folgen.

Wie nicht anders zu erwarten, sind mittlerweile die kritischen Stimmen auf der Website der KMOB gelöscht worden. Einige rechte Kameraden hatten gefordert, eine derartige Debatte nicht vor den Augen der Öffentlichkeit zu führen. Gegenrede.info erlaubt sich die Texte zu Dokumentationszwecken wieder zur Verfügung zu stellen.



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