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news >> 2014 >> 100208_01

08.02.2010

Rechtsextreme Sammlung in Angermünde

Was wollen die FNUMler?

Pinnow (ipr) Seit einiger Zeit agieren im Einzugsbereich von Angermünde Rechtsextremisten, die sich "Freie Nationalisten Uckermark" (FNUM) nennen. Sie sehen sich selbst als losen parteiunabhängigen Zusammenschluss junger Frauen und Männer, die frei von sämtlichen Organisationsformen oder Vereinen agieren.

Ein Zusammenschluss, auch wenn er lose ist, hat natürlich immer eine Organisationsform und in diesem Fall sogar eine Plattform: die Website "freienationalistenum.homepage start.de".

Ein Teil der Gruppe war zuvor bei den "Hatecore Warriors Uckermark" (HCWU) organisiert, die sich anfangs in Prenzlau, dann in Parstein (Barnim) trafen. In Parstein steht der Gruppe auch heute noch ein Raum zur Verfügungen, der etwa 20 Leuten bequem Platz zum Feiern und Diskutieren gibt.

Der Name Hatecore orientierte sich an der gleichnamigen Musikrichtung. Das haben die FNUMler aufgebrochen. Sie formulieren explizit: "Wir grenzen keinen deutschen Jugendlichen aus und fragen auch nicht was er vor 1 oder 2 Jahren gemacht hat. Es ist egal wie du aussiehst und was für Musik du hörst."

Ganz aufs Gestern ausgerichtet

Aktuelle politische Forderungen findet man bei der FNUM wenige. Man kann alles unter der Überschrift "völkische Identität" zusammen fassen. Dazu gehören Punkte wie die humane, aber unabdingbare und schnelle Rückführung von Ausländern in ihre natürlichen Heimatländer (Ausländer raus), den volksfeindlichen und multikulturellen Wahnsinn zu stoppen, oder die Einführung der Volksgemeinschaft als ökonomische Grundlage. Dass hinter derartigen Forderungen auch wirklich politische Konzepte stecken, darf getrost bezweifelt werden. Allerdings haben einige FNUMler in ihrer Zeit als Autonome Nationalisten und Hatecore Warriors an Schulungen in Prenzlau und Parstein teilgenommen. Die galten allerdings erst einmal der Selbstfindung als Autonomer Nationalist.

Um völkisches Gedankengut zu legitimieren, muss natürlich die Rolle der Nazis in der deutschen Geschichte relativiert werden. In diesem Zusammenhang war es für die FNUMler wichtig am Volkstrauertag 2009 ein sogenanntes Heldengedenken zu inszenieren, beziehungsweise sich daran zu beteiligen. Natürlich wird auch auf der Website für den 13. Februar in Dresden mobilisiert, wo ja regelmäßig gegen den "Bombenholocaust" – was für eine perfide Vermischung von Realitäten – demonstriert wird.

Die von den FNUMlern angestrebte Wiederherstellung der Volkssouveränität auf nationaler und internationaler Ebene bedeutet nichts anderes als die Bundesrepublik Deutschland zu zerstören und ein völkisches Deutsches Reich zu errichten.

Im Nachklapp wird dann noch eine konsequente Bestrafung von Kinderschändern gefordert. Dazu die Abschaffung "rechtswidriger Paragraphen wie §86/a - §129/a - §130". Die FNUMler betonen, friedlich agieren zu wollen und würden sich über die Abschaffung der sogenannten Propagandadelikte jeglicher staatlichen Repression entziehen können.

Dass es mit dem Friedlichen nicht immer ganz gelingt, zeigt das plötzliche Verschwinden des Forums auf der FNUM-Website. Dort war Ende Dezember 2009 nachgefragt worden, ob es denn stimme, dass drei FNUMler einen Kameraden in Eberswalde platt gemacht hätten. Es wurde eine Stellungnahme angekündigt, die dann in Form der Schließung des Forums erfolgte.



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