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28.07.2020

Vom Vorwurf der uneidlichen Falschaussage freigesprochen

Kollateralschaden vermieden

Prenzlau (ipr) An den zurückliegenden beiden Freitagen musste sich eine heute 20-jährige Neubrandenburgerin wegen uneidlichen Falschaussage vor dem Jugendrichter in Prenzlau verantworten. Der Prozess endete mit einem Freispruch für die Angeklagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Drei Männer und zwei Frauen waren im März 2016 gemeinsam von Eggesin (MV) nach Prenzlau gefahren. Timm F., Alexander B., Jeffrey L., Mandy B. und die Angeklagte Maria S. besuchten dort die Wodka-Party im Eventcenter Prenzlau. Früher war das die Disko A20.

Dort legten sich die drei zur rechten Szene gehörenden Männer mit fünf Flüchtlingen an. Sie sorgten dafür, dass die fünf die Wodka-Party verlassen mussten und prügelten sie dann endgültig vom Gelände.

Im Prozess gegen einen der Täter, Timm F. - die anderen beiden konnten nicht ermittelt werden - hatte Maria S. ausgesagt, sie habe lediglich gesehen, dass Jeffrey L. am Boden lag und von einem Unbekannten geschlagen wurde.

Für die Verurteilung von Timm F. wegen gemeinschaftlich begangener Körperverletzung war die Zeugenaussage des einzig in Deutschland verbliebenen Opfers, des Friseurs Majid T. maßgeblich. Er hatte Timm F. eindeutig als Täter identifiziert. Für die Rekonstruktion der zeitlichen Abläufe des Übergriffs nutzte das Gericht zwei Überwachungsvideos.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft passten die zeitlichen Abläufe in den Videos nicht mit der Aussage von Maria S. überein. Deshalb die Anklage. Jeffrey L. habe gar nicht am Boden gelegen. Und sie muss die Prügelaktion von Timm F. beobachtet haben.

Maria S. wiederholte vor Gericht ihre Aussage aus dem Timm F.-Prozess. Sie gab dann später aber zu, dass sie ihren damaligen Freund, Alexander B., aus dem Pulk von Leuten gezogen habe. Aber Timm F. habe sie nicht gesehen.

Nach eingehender Betrachtung der Videos sah das Gericht im Gegensatz zur Prozessvertreterin der Staatsanwaltschaft keine Differenz zwischen ihrer Aussage und den Videos und sprach Maria S. frei.

In ihrer Aussage am Freitag erwähnte Maria S. einen der Security-Mitarbeiter namentlich. Das ist neu. Immerhin will sie das erste Mal im Event-Center gewesen sein. Das Opfer Majid T. hatte in seiner Aussage im Timm F.-Prozess behauptet, dass Security-Mitarbeiter bei dem Übergriff zugeschaut hätten, ohne einzugreifen.

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