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news >> 2019 >> 191203_01

03.12.2019

Freundin geschlagen, Hund geprügelt, "Sieg Heil" gerufen

Prenzlauer zu Geldstrafe verurteilt

Prenzlau (ipr) Am Donnerstag ist ein Prenzlauer Neonazi wegen Verstoßes gegen eine Gewaltschutzanordnung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Zusätzlich wurde er wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Ein Verstoß gegen eine Gewaltschutzanordnung klingt recht harmlos. Dahinter verbirgt sich aber der permanente Terror eines Mannes, der wieder Zugriff auf seine ehemalige Freundin haben will, um sie zu streicheln, zu schlagen, zu demütigen, zu quälen, sie zu beherrschen. Vier Verstöße waren angeklagt, drei konnten bewiesen werden. Die Strafe, 90 Tagessätze zu je 15 Euro klingen wie der Hohn für die psychischen und physischen Belastungen denen die Frau ausgesetzt war und weiter ist. Denn niemand kann garantieren, dass Denny P. damit aufhört, sie zu stalken. Da helfen auch die Worte des Richters wenig, der für weitere Verstöße eine Haftstrafe in Aussicht stellt.

Episode: Frauenverachtung

Ein Vorfall deutet auf eine grundsätzliche Missachtung von Frauen hin. Denny P. steht vor dem Hausaufgang seiner ehemaligen Lebensgefährtin. Das tat der Mann oft. Der Briefträger kommt und klingelt bei seiner Ex. Er hat ein Paket für sie. Die sieht ihn aus dem Küchenfenster. Sie eilt zu einer Nachbarin und bittet sie, das Paket in Empfang zu nehmen. Die Nachbarin geht nach unten. Denny P. nutzt die Gelegenheit, den Hausflur gemeinsam mit dem Paketboten zu betreten. Die Nachbarin sagt ihm, dass er hier nicht erwünscht ist. Das niemand im Haus mehr Lust hat, sein Rumgebrülle zu ertragen. Er spuckt der Rentnerin zweimal ins Gesicht, beschimpft sie als Schlampe und geht. Der Postbote steht fassungslos und regungslos dabei.

Exkurs: Pro Tag ein Tötungsversuch

Laut Bundeskriminalamt wurden 2017 138.893 Menschen in Deutschland Opfer der sogenannten Partnerschaftsgewalt, darunter 113.965 Frauen (82,1 Prozent). Die Polizei geht davon aus, dass das Dunkelfeld größer ist, weil die Straftaten nicht immer angezeigt werden.

In den meisten Fällen ging es 2017 den Angaben zufolge um vorsätzliche einfache Körperverletzung (61 Prozent), Bedrohung, Stalking und Nötigung (23,3) und gefährliche, schwere Körperverletzung mit und ohne Todesfolge (12,1).

455 Menschen wurden Opfer von versuchtem Mord und Totschlag, davon 364 Frauen – also statistisch gesehen eine pro Tag. Tatsächlich starben 141 Frauen und 32 Männer durch ihren (Ex-)Partner.

"Petri Heil"

Außerdem sah es das Gericht als erwiesen an, dass Denny P. am Abend des 16. September 2017 in unmittelbarer Nähe von zwei Polizeibeamten "Sieg Heil" gerufen und als die ihn zur Rede stellten als "Fehlgestalten" beleidigt hat. Seine Version, er habe "Petri Heil" gerufen, hielt nur sein Anwalt für glaubwürdig. Dafür erhielt der Hartz 4 Empfänger eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 15 Euro. Es ist seine zweite Verurteilung wegen des Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Trotzdem attestiert der Strafrichter Denny P., er habe keine rechtsextreme Gesinnung.

Wer auf seinem Facebook-Profil die "Schwarze Sonne" der SS als Titelbild präsentiert, der hat schon eine sehr eindeutige Haltung zum Nationalsozialismus. Die schwarze Sonne hat er mittlerweile entfernt, Odins Raben und Wolf hat er stehen gelassen.

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