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news >> 2019 >> 191104_01

04.11.2019

"Sieg Heil" wird zur Körperverletzung

Herrentagskonflikte

Prenzlau (ipr) Am Mittwoch sind vor dem Jugendrichter in Prenzlau zwei Pasewalker Brüder wegen gemeintschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Der Ältere, ein Bundeswehrsoldat, erhielt eine Geldstrafe. Der Jüngere, zum Tatzeitpunkt Jugendlicher, wurde verwarnt und darf Sozialstunden leisten.

Herrentag 2018, gegen 18:00 Uhr. Zwei Prenzlauer wollen den Bahnhofstunnel durchqueren. Von der gegenüberliegenden Seite kommen ihnen mehrere Pasewalker entgegen. Die sind auf dem Weg zum Zug. Alle im Tunnel haben eine für die Region herrentagstypische Alkoholkonzentration aufzuweisen.

Der heute 30jährige Prenzkauer Niko K. hebt den Arm zum Hitlergruß und grölt "Sie Heil". Warum er das getan hat, kann er vor Gericht nicht erklären. Bekannt für solches Verhalten ist er bisher nicht. Die Pasewalker, darunter auch Bundeswehrsoldaten, erläutern dem Mann, dass dies nicht in Ordnung sei. Ein Wort gibt das andere. Der zweite Prenzlauer, der heute 25jährige Adnan S., ein Kind bosnischer Kriegsflüchtlinge, will schlichten. Aus dem Schlichten wird Schubsen, aus dem Schubsen werden Faustschläge ins Gesicht des jungen Mannes. Er geht zu Boden und erhält Tritte gegen Körper und Kopf. Es folgen zwei Tage im Krankenhaus und danach noch mehrere Tage Krankschreibung.

Sein Kumpel, der "Sieg Heil" Rufer, flieht aus dem Tunnel und alarmiert die Polizei. Die hat am Herrentag am Bahnhof Position bezogen.

Die beiden Angeklagten, Max (18) und Kenny (24) M., machen von ihrem Recht Gebrauch, vor Gericht zu schweigen. Allerdings dürfen sie sich während der Verhandlung die Aufnahmen zweier Kameras anschauen, die an den Tunneleingängen plaziert sind. Viel zu beschönigen gibt es da dann wohl nicht mehr.

Niko K. hat für seinen "Sieg Heil"-Ruf und das Armheben zum "Hitler Gruß" mittlerweile einen Strafbefehl erhalten, den er auch akzeptiert hat. Die anderen Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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