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news >> 2018 >> 180628_01

28.06.2018

Es war einmal: Schließung des Thiazi-Forums

Sechs Jahre später

Rostock (ipr) Seit Dienstag muss sich ein Mitglied der Uckermärkischen Rechtsrockband "Jungvolk" vor dem Rostocker Landgericht gemeinsam mit einem weiteren Nazi wegen Volksverhetzung, Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in der Öffentlichkeit und das Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen verantworten. Es ist der dritte Prozess im Rahmen der Ermittlungen gegen Betreiber des rechtsextremen Thiazi-Forums.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden beiden Rechtsextremisten Dirk V. (48) und Tobias S. (31) vor im Zeitraum von 2009 bis 2012 das rechtsextreme Thiazi-Forum betrieben und betreut zu haben. Die beiden Nazis seien als sogenannte Bereichsbetreuer für das Unter-Forum "Gitarrenklänge &Tabs" tätig gewesen. Der Prenzlauer Tobias S. soll darüber hinaus die Funktion eines Archivars gehabt haben.

Größtes deutschsprachiges Nazi-Forum

Bis zum Jahr 2012 umfasste das mittlerweile abgeschaltete "Thiazi-Forum" laut Anklage rund 1,5 Millionen Beiträge von mehr als 30.000 aktiven Nutzern. Die Ermittler des Bundeskriminalamts hatten die Internetplattform von Anfang an im Visier. Im Juni 2012 fanden etliche Wohnungsdurchsuchungen in Deutschland und in Großbritannien statt. Schwerpunkt waren Wohnungen in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. In Prenzlau traf es Wohnung der Eltern von Tobias S. Er selbst wohnte damals in Nadrensee. Dort wurde auch durchsucht. 2016 gab es nach der Auswertung der beschlagnahmten Server eine weiter Durchsuchungswelle. Darunter ebenfalls Prenlau. Die Staatsanwaltschaft sprach damals von insgesamt 500 Ermittlungsverfahren, die eingeleitet worden waren.

Erste Prozesse

Ende April hatte das Landgericht drei frühere Betreiber des Forums zu Haftstrafen zwischen zehn und zwölf Monaten verurteilt. Die Strafen wurden allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Als Kopf der kriminellen Vereinigung war im Oktober 2015 ein Mann auf Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) vom Landgericht Rostock zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.



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