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news >> 2017 >> 170419_01

19.04.2017

Angermünder Tierfreunde

Dem Hass freien Lauf lassen

Angermünde (ipr) Ein Tierfreund aus Angermünde lässt mal wieder dem Menschenhass freien Lauf. Als Reaktion auf ein Handy-Video wird dort gefordert, Migranten zu vergasen.

Es geht um das Facebook-Profil von Jan L. Das Video zeigt einen Ausschnitt aus einem Streit, der in Gewalt ausartet. Prügelnde sind wohl Migranten. Das Opfer ein Mann mit Glatze. Zwei Gramzower kommentieren: „Dreck Schwein - alle vergasen. hh – Buchenwald!!! - Arbeit macht frei“.


screenshot: ipr

Jan L. ist kein unbeschriebenes Blatt. Ab August 2016 hatte er ein Hakenkreuz auf seinem Profil präsentiert. Deswegen wird gegen den 41-Jährigen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in der Öffentlichkeit ermittelt.

Das ungeliebte Kreuz und die KZ-Kommentare passen in das Profil von Jan L. Er verbreitet dort Hetze gegen Flüchtlinge und gibt der Holocaustleugnerin Ursula Haverkamp Raum über das "jüdische Zeitalter der Lüge" zu schwadronieren und ihre absurden Ideen von der Ausrottung des deutschen Volkes durch die Juden zu verbreiten.

Parallel dazu gibt er sich der Hartz IV–Empfänger als großer Tierfreund. Er lebt im Angermünder Tierheim, hatte es über Jahre gepachtet. Arbeitet dort jetzt wohl ehrenamtlich. Eine Zeit lang hat er im Tierasyl auch ein wenig Geld verdienen können.

Tierheim und III. Weg

Einer von Ls Facebook-Freunden ist Matthias Jenrich, Admin der Gruppe "Uckermark gegen Überfremdung und Asylmissbrauch!". L. ist ebenfalls Mitglied in dieser Gruppe. Jenrich gehört zum Stützpunkt des III. Weg in der Uckermark. Gemeinsam mit Matthias Fischer brachte er im Dezember Tierfutter im Rahmen der III. Weg Kampagne "Tierfutter statt Böller" ins Tierheim Angermünde. Sie kamen in Uniform und durften auch Propagandafotos vor dem Tierheim machen.

III. Weg punktet


screenshot: ipr

Während man sich in anderen Tierheimen der Republik über diesen politischen Missbrauch durch die Nazis aufregte, sah man das im Tierheim Angermünde gelassener. "Wir brauchen die Spenden und haben uns gefreut," wird die Leiterin des Tierheims, Doreen Bendiks, in einem Artikel der Berliner Morgenpost zitiert. Nachdem auch die Stadt Angermünde ihren Vertrag zum Jahresende 2016 mit dem Tierheim gekündigt hat, ist es finanziell sehr eng für den Verein und das Angermünde Tierheim geworden.

Aus dem Morgenpostartikel geht hervor, dass die Spender vom III. Weg zumindest dort offen erklärt haben, wer sie sind. "Ich konnte damit zunächst nichts anfangen", soll Doreen Bendiks gesagt haben. Das habe sie erst im Nachhinein gelesen. Zu einem Umdenken hat das Lesen allerdings nicht geführt.

"Ich kannte die Leute nicht, mit denen will man sich auch nicht unbedingt zusammensetzen," wird sie weiter zitiert. Ob das so stimmt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Bereits 2015 war die Truppe vom III. Weg bei ihr im Tierheim aufgetaucht. Damals allerdings in Zivilklamotten wie sie es 2015 gegenüber gegenrede.info beschrieb. Doreen Bendiks hat sich diesmal sogar so gefreut, dass sie auf der Facebook-Seite des III. Weg den entsprechenden Artikel geliked hat. Gemeinsam mit ihrer Vereinskameradin Stephanie Stüber. Zu beider Facebook-Freundeskreis gehören Jan L. und Matthias Jenrich.

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