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news >> 2015 >> 150127_01

27.01.2015

Angermünde: Weitere Mahnwachen gegen Flüchtlinge angekündigt

NPD-Kreistagsabgeordneter distanziert sich

Angermünde (ipr) Vergangenen Samstag begrüßten 400 gut gelaunte Menschen ihre Gäste in der Notunterkunft für Flüchtlinge in Angermünde. Parallel dazu gaben 50 Nazis bei der Mahnwache gegen Überfremdung mit ihrer Aggressivität ein erbärmliches Bild ab. Einen Tag später distanzierte sich der NPD-Kreistagsabgeordnete David Weide von seiner eigenen Veranstaltung. Im Distanzieren hat er mittlerweile Übung.

Die Aggressivität der braunen Kameraden in Angermünde schiebt David Weide in einem Facebook-Posting auf eine Provokateurin. Er bezichtigt diese Frau sogar ein Spitzel zu sein und wendet sich von allen ab, die mit dieser Frau zusammenarbeiten: "Außerdem möchte ich mich von der Facebook Gruppe, 'Uckermark gegen Überfremdung und Asylmißbrauch' distanzieren! Weil einige Mitglieder dieser Gruppe haben Kontakt zu dieser eingeschleusten Provokateurin und arbeiten eng mit ihr zusammen! Dadurch haben Polizei, Staatsschutz und Verfassungsschutz ein leichtes Spiel, da sie ganz einfach an Informationen herankommen ..."


Knapp 300 demonstrierten für die Flüchtlingefoto: ipr

Schuld sind immer die Anderen

Dabei war es David Weide selbst, der die Aggressivität ins Spiel gebracht hat. Gegen 13:00 Uhr erschien er vor der Flüchtlingsunterkunft. Ein Kame- rateam des RBB war gleichzeitig vor Ort und filmte den Mann. Sofort griff er den Kameramann an und versuchte die Aufnahmen zu verhindern. Als Mahnwachen-Anmelder und Mandatsträger der NPD schon ein dreistes Unter- fangen. Souverän sieht anders aus. Ähnlich verhielt er sich beim Abmarsch. Da wollte er für einen kurzen Augenblick sogar mit der Fahnenstange in der Hand auf den Kameramann losgehen. Und zwischendrin war das Verhalten seiner Veranstaltungsteilnehmer alles Andere als angemessen für eine Mahnwache. Diese für eine rechtsextreme Möchtegern-Führungsfigur peinliche Veranstaltung versucht er nun einer vermeintlichen Provokateurin unterzujubeln. Erstaunlich viel Macht für eine Frau in der rechten Szene.


screenshot: ipr

Ähnliches passierte Anfang Januar. David Weide wollte gemeinsam mit Enrico Pridöhl für härtere Strafen für Kinderschänder demonstrieren. Noch am Abend des missglückten Aufmarsches distanzierte er sich von der Zwei-Mann-Veranstaltung. Er habe ja nicht gewusst, was Enrico Pridöhl

für eine Person ist. Leider verrät er in seiner Erklärung auch nicht, was er über den Mann schlimmes erfahren hat. Prenzlau freut sich schon auf den 28. Februar, wenn Enrico Pridöhl ganz allein ohne den Zuspruch des Schwedter Stadtverordneten Weide seine Demonstration gegen Päderasten mangels Masse wieder abmelden muss.

Was nun, Angermünde?

Matthias Jenrich, ein Frontmann der Facebook-Gruppe "Uckermark gegen …", hat nun niemanden mehr, der für ihn eine Mahnwache anmeldet. David Weide hat sich von Schnappy Schnapp Mia und seinen Kumpanen verabschiedet. Vielleicht hätte er den Samstag abwarten sollen, statt vorzeitig zu verkünden, man werde in Zukunft alle zwei Wochen vor der Flüchtlingsunterkunft eine Mahnwache veranstalten. Aber vielleicht findet sich ja Ersatz. Der dritte Weg hat am Samstag Schnipselpolitik betrieben. Verteilt an mehreren Punkten der Stadt wurden kleine Zettel gefunden mit dem Hinweis auf die Broschüre "Kein Asylheim in meiner Nachbarschaft". Und es gibt schon einige Mitglieder in seiner Facebook-Gruppe, die kennen die Angermünder Adresse des dritten Weges genau.

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Trau mich nicht! schrieb am 07.02.2015
Aber Schnappy Schnapp is doch M. Jenrich sein Profil auf FB? Is doch der Dicke mit der Warnweste ^^?

micha schrieb am 28.01.2015
Haha, wie schön. War mir vorher gar nicht aufgefallen. Danke, habe selten so herzhaft gelacht.

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