![]() Nachrichten, Berichte, Analysen zum Rechtsextremismus in der Uckermark |
05.01.2014 2. Versuch einer Nazi-Demo in PrenzlauDemo-Import funktioniert nichtPrenzlau (ipr) Am Samstag ist der Rechtsextremist Enrico Pridöhl aus Schleswig-Holstein innerhalb weniger Wochen das zweite Mal gescheitert, eine Demonstration mit dem Thema „Härtere Strafen für Kindervergewaltiger“ in Prenzlau durchzuführen. Die Polizeimeldung dazu war recht knapp: „Zwei Veranstaltungen wurden … durch die Polizei abgesichert. Hierbei versammelten sich die Teilnehmer des Demokratischen Bündnisses gegen 13.00 vor dem Rathaus in Prenzlau. Es waren ca. 45 Personen . Eine weiterer Aufzug wurde vom Veranstalter gegen 14:00 Uhr abgesagt. Zu Zwischenfällen kam es zu keinem Zeitpunkt. Die Polizei sicherte die Veranstaltungen mit ausreichenden Kräften ab.“
Eines muss man Enrico Pridöhl zugestehen, er besitzt Durchhaltevermögen und keine Scheu, sich der Lächerlichkeit preiszugeben. Am Freitag war er zum Kooperationsgespräch mit der Polizei angereist. Danach hieß es von Seiten der Polizei auf Nachfrage, der Anmelder gehe weiterhin von 100 bis 150 Teilnehmern für seine Demonstration aus. Entsprechen stark war Samstag das Polizeiaufgebot. Sogar aus Potsdam mussten Beamte zur Unterstützung anreisen. Eine fatale Fehleinschätzung wie sich später herausstellte. Fatal für den Steuerzahler und fatal auch für den zweiten Teilnehmer an Enrico Pridöhls privatem Kreuzzug gegen "Kinderschänder", den uckermärkischen NPD-Kreistagsabgeordneten David Weide. Dieser Zwei-Mann-Auflauf zeigt entweder den katastrophalen Zustand der NPD in der Uckermark oder die massive politische Naivität von David Weide.
Mittlerweile hat der sich für seine Anwesenheit in Prenzlau öffentlich entschuldigt. „Wenn ich vorher gewusst hätte, was der Enrico Pridöhl für eine Person ist, wäre ich nie nach Prenzlau gefahren“, so sein Kommentar den man respektieren sollte. Leider verrät er nicht genauer, was für eine Person Pridöhl ist und wer ihn darüber informiert hat. Hexerjagd im Netz Seitdem Enrico Pridöhl versucht, seine Veranstaltung auf Facebook zu bewerben, wird er massiv angegriffen. Und zwar nicht nur von Seiten der politischen Gegner. Sogar in den eigenen Reihen gibt eine Menge Heckenschützen. Es ist ihm kaum gelungen, für seine Veranstaltung zu werben. Egal welches Pseudonym er verwandte, sobald der Hinweis auf die Demonstration in Prenzlau auftauchte, war er entlarvt und sein Profil wurde kurz darauf gelöscht. Dazu wurde im Netz ein Steckbrief verbreitet, der unbelegte Behauptungen über Vorstafen von Pridöhl enthielt.
Er selbst hat sich allerdings nur darüber beschwert, dass es für ihn in Prenzlau kaum möglich war einen Platz zum Schlafen zu finden und dass er enttäuscht war, dass eine frühere Bündniskameradin aus Prenzlau ihn in Stich gelassen habe. Protest gegen Nazis Tatsächlich war es dem Bunten Bündnis Couragiertes Prenzlau gelungen innerhalb kürzester Zeit nach den Feiertagen 50 Menschen zu mobilisieren, die bereit waren sich bei dem eisigen Wind vor dem Rathaus zu versammeln. Dazu gehörten die Prenzlauer Rathausspitze und Gäste aus Pasewalk. Darunter die Bürgermeisterin Sandra Nachtweih. Ihre Meinung |