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news >> 2014 >> 131206_01

06.12.2013

Schwedt und sein Jüdischer Friedhof

Kripo ermittelt wegen umgestürzten Grabstein

Schwedt (ipr) Am Dienstagmittag wurde auf dem Jüdischen Friedhof erneut ein umgestürzter Grabstein entdeckt. Noch ist unklar, ob er mutwillig umgeschmissen wurde. Erst im Oktober waren zehn Grabsteine von ihren Sockeln gestoßen und einer davon erheblich beschädigt worden.

Derzeit ermittelt die Kriminalpolizei wegen möglicher Störung der Totenruhe. Dabei wird zuerst geklärt, ob der Sandstein mutwillig umgestoßen wurde oder ohne Fremdeinwirkung umfiel.

Was die Nazis in den 40er Jahren nicht gemacht haben, den Friedhof zu zerstören, scheinen ihr heutigen Kameraden nachholen zu wollen. 2008 waren die vom Zahn der Zeit beschädigten Grabsteine im Auftrag der Stadt restauriert worden. Schon im Januar 2009 gab es einen ersten Angriff. Damals wurden elf Steine umgestürzt. Um den 20. Oktober 2013 waren es dann zehn Stein, die umgestoßen wurden. Hinweise auf die Täter oder Nazi-Graffiti gab es allerdings nicht. Rechte Schmierereien gab es allerdings in der Vergangenheit mehrfach.

Mit 121 Grabsteinen gehört der Schwedter Friedhof im Schulweg zu den größten noch heute erhaltenen jüdischen Friedhöfen in Brandenburg. In Schwedt haben seit 1672 Juden gelebt. Möglicherweise hatten sie bereits im 17. Jahrhundert dort ihren eigenen Begräbnisplatz. Der älteste noch heute erhaltene Grabstein stammt jedoch aus dem Jahre 1818. Die letzte Beisetzung fand 1942 statt.



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