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Nachrichten, Berichte, Analysen zum Rechtsextremismus in der Uckermark
 
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news >> 2014 >> 091231_01

31.12.2009

Aus einem Gespäch mit dem Leiter der Polizei des Schutzbereiches Uckermark

Lokalpresse und Rechtsextremismus

Pinnow (ipr) Über Schwerpunkte und Ergebnisse polizeilicher Arbeit im zurückliegenden Jahr kam Monika Strehlow von der Prenzlauer Zeitung ins Gespräch mit Polizeidirektor Sven Brandau, der den Polizeischutzbereich Uckermark seit September 2007 leitet. Was die Beiden zum Thema Rechtsextremismus zu fragen beziehungsweise zu sagen hatten, möchte gegenrede.info seinen LeserInnen nicht vorenthalten.

Monika Strehlow: Templin geriet im vergangenen Jahr aufgrund rechtsgerichteter Vorfälle in die Schlagzeilen. Wie ist die Situation derzeit und welche Erfahrung zieht der Schutzbereich daraus?

Sven Brandau: In Templin können wir in diesem Jahr einen Rückgang der Straftaten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität verzeichnen. Bis Oktober 2009 registrierten wir insgesamt 16 solcher Straftaten. Im Vergleichszeitraum des Jahres 2008 waren es fast doppelt so viele. Ein wichtiger Bestandteil dieses Erfolges beruht auf einer vertrauensvollen und auf gegenseitiger Achtung basierenden Zusammenarbeit sowie dem rechtzeitigen Reagieren aller gesellschaftlichen Kräfte. (zitiert nach Prenzlauer Zeitung vom 30.12.2009).

Peter Huth meint dazu:

Sollte gegenrede.info Leserinnen und natürlich auch Leser jetzt das Gefühl beschleichen, dass eine gewisse Diskrepanz besteht zwischen der auf einen einzigen Punkt – den Mord an Bernd K. in Templin im Sommer 2008 - ausgerichteten Frage und der ein wenig umfangreicheren Berichterstattung auf dieser Website zum Thema Rechtsextremismus, dann kann ich nur sagen: Nach allen bisherigen Erkenntnissen surfen die Kollegen und Kolleginnen der lokalen Presse nicht auf den Seiten von gegenrede.info.

Sven Brandau ist da gar kein Vorwurf zu machen. Er bekam eine Frage zum Thema gestellt, die hat er korrekt beantwortet. Die Richtigkeit seiner Einschätzung, dass es in Templin zu einem rechtzeitigen Reagieren aller gesellschaftlichen Kräfte kam, darf getrost bezweifelt werden.

Nach wie vor ist ein großer Teil der Templiner der Meinung, dass es sich bei dem Mord um eine Tat im Säufermilieu handelte und dass es die überregionale Presse war, die Templin zu einem Nazi-Nest gemacht hat. Dass mittlerweile acht Männer aus der rechten Szene Templins und Umgebung wegen zahlreicher Gewalttaten - begangen in den letzten zwei Jahren - im Knast sitzen, braucht man dank der Nichtberichterstattung der lokalen Presse nicht in sein heiles Weltbild einzubeziehen.



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