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news >> 2014 >> 091210_01

10.12.2009

Eine kleine Veränderung, die kaum bemerkt wurde

Neue Sitzordnung im Kreistag

Prenzlau (ipr) Viele Besucher werden es gar nicht bemerkt haben, und lediglich Torsten Krause von Die Linke und Gernot Schwill, der auf der Liste Grünen/Bündnis90 in den Kreistag gewählt worden ist, waren konkret davon betroffen. Zwischen ihnen saß gestern zum ersten Mal das Ex-NPD Mitglied Andy Kucharzewski.

Gernot Schwill war irritiert, hatte ihn die Information über die neue Sitzordnung nicht rechtzeitig vor Beginn der Kreistagssitzung erreicht. Auch Torsten Krause wusste nicht, dass er neben Andy Kucharzewski sitzen würde. Er war kurz zuvor lediglich über dessen Parteiaustritt informiert worden.

Am 26. Oktober 2009 hatte der 23-jährige Kreistagsabeordnete aus Schwedt sein Parteibuch an die NPD zurückgegeben. Dies hatte die Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft dem Kreistag in einem Schreiben mitgeteilt. Als Grund nannte er "Unzufriedenheit mit der Partei". Damit die NPD keinen Nachrücker in den Kreistag entsenden kann, hat sich Andy Kucharzewski entschlossen, sein Mandat nicht niederzulegen und seine Arbeit im Kreistag als unabhängiges Mitglied fortzuführen.

Auf Nachfrage wollte er allerdings gestern im Kreistag keine detaillierteren Gründe für seinen Austritt aus der NPD benennen. Das sei seine Privatsache. Ob er denn noch dem Club der Burgunden angehöre, wollte gegenrede.info wissen. Auch hierzu schwieg er.

Burgunden Schwedt

Die Burgunden Schwedt beschreiben sich selbst als einen freien Club, "dem alte (fast vergessene) Tugenden, wie Freundschaft, Treue und Zusammenhalt" wichtig sind. Außerdem verbinde die Clubmitglieder, dass ihre Vorfahren Germanen seien. Deshalb haben sie sich nach einem der "ältesten germanischen Stämme" benannt, den Burgunden, die in Teilen Brandenburgs und Westpolen ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet hatten.

Zu diesem Club gehören neben Andy Kucharzewsky noch mehrere Mitglieder des Schwedter Ortsverbandes der NPD. Diese sind auf zahlreichen Fotos auf der Website der Burgunden Schwedt zu bewundern.

Zum Umgang mit Andy K.

Ein Ausstieg aus der NPD ist für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden von Die Linke, Axel Krumrey, noch lange kein Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie. Axel Krumrey fordert allerdings, dass möglichst schnell im Kreistag eine Verständigung über den Umgang mit Andy Kucharzewski erfolgen müsse. Das könne durchaus im Ältestenrat geschehen.

Während der Sitzungspausen blieb gestern allerdings die 73-jährige Irmgard Hack, die das zweite Mandat für die NPD innehat, seine einzige Gesprächspartnerin.



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