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29.10.2009

Rechtsextremistische Webangebote aus der Uckermark

Torsos, verschwunden oder schlecht gepflegt

Pinnow (ipr) Die Webangebote der verschiedenen rechtsextremistischen Gruppierungen in der Uckermark verschwinden nach und nach aus dem Netz. Selbst das früher so agile „Nationale Netztagebuch“ hat neben dem Gezwitscher von Julius Färber kaum noch etwas zu bieten.

Zu Beginn des Superwahljahres 2009 leuchtete mit der Website des Bündnis Uckermark ein neuer Stern am uckermärkischen Nazi-Himmel, die sich als Banner- und Linkverzeichnis von Märkischer Aktionsfront (MAF), den Kameradschaften Heimatschutz Germania (HSG) und Nationale Aktivisten Uckermark (NAUM) präsentierte. Dazu kam die Website des FC Einheit 06 und eine Sammlung Germanischer Vornamen. Die MAF führte dann auch den Barnim-Uckermark Block auf der Nazi-Demonstration Anfang Februar 2009 in Dresden an.

FC Einheit 06

Dem FC Einheit 06, der in Prenzlau mit zwei Mannschaften in der Freizeitliga Fußball spielte, wurden durch Bürgermeister Moser schnell die Federn gestutzt. Entweder Bekenntnis "Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus" oder keine Plätze mehr von der Stadt zum Fußballspielen, war die Alternative vor die alle Freizeitfußballer gestellt worden waren, nachdem das rechtsextreme Engagement der Freizeitfußballer des FC Einheit 06 ruchbar geworden war.

Aufgefallen war auch das Clublogo, das zur einen Hälfte einen Fußball und zur anderen Hälfte den national-sozialistischen Reichsadler mit Eichenkranz in den Fängen aber ohne Hakenkreuz zeigte. Gesponsort wurden die Trikots des Fußballclubs unter anderem von einer Firma aus Eberswalde, die dem Ex-Märkischen Heimatschützer Gordon Reinholz gehört.

Mitte März 2009 meldete sich der Fußballklub vom Spielbetrieb ab, entfernte das Logo von der Website und verschwand in der Versenkung. Seitdem ist die Website unberührt.

Nationale Aktivisten Uckermark

Wer die beiden Websites der NAUM sucht, der sucht vergebens. Sowohl der Link von der Bündnis-Website zum Uckerboten, eine tk Domain als auch der direkte Aufruf der NAUM Website, eine tl Domain, scheitern. Allerdings waren beide Websites zuvor auch nur sporadisch gepflegt worden.

Heimatschutz Germania

Der HSG begrüßt seine Besucher nach wie vor als Wehrsportgruppe: Schleichender Soldat durch Prenzlauer Forst. Das war es aber auch. Die letzten neuen inhaltlichen Einträge haben 2008 stattgefunden. Seitdem herrsch neben dem Schleichen Schweigen im Walde.

Es ist zu vermuten, dass sowohl die NAUM als auch die HSG sich in den neuen Prenzlauer Ortsbereich der NPD integriert haben. Ein Hinweis darauf könnte ein kleiner Bericht über Kranzniederlegungen an verschiedenen Soldatengräbern und Soldatengedenksteinen sein, der im Mai auf der Website der NPD Barnim-Uckermark (BUM) erschien. Derartige Kranzniederlegungen waren bisher eine Domäne des HSG, die gemeinsam mit dem Nationalen Bündnis Preußen und sogenannte Freien Aktivisten in den letzten beiden Jahren organisiert worden waren.

In dem Bericht auf der Website der NPD BUM unter der Überschrift „Ehrendes Gedenken in der Uckermark“ heißt es lediglich „ehrte der NPD-Ortsbereich Prenzlau die gefallenen deutschen Soldaten sowie die unzähligen Opfer der Flucht und Vertreibung an verschiedenen Orten in der Uckermark.“Der Name HSG taucht nicht auf, obwohl das Kürzel „HSG“ auf einem der zum Bericht gehörenden Fotos von den niedergelegten Kränze (Prenzlauer Park) ganz deutlich zu lesen ist.

NPD Barnim-Uckermark

Die NPD Barnim-Uckermark ist mit zwei Websites in diesem Reigen der Armseligkeiten vertreten: Der Auftritt der NPD Barnim-Uckermark, auf dem es konsequent versäumt wird über die Aktivitäten der zwei uckermärkischen Kreistagsabgeordneten zu berichten. Dazu das Nationale Netztagebuch, das sich im Januar nach einem Einsatz von Jugendschutz.net von einem rechtsextremistischen Kampfportal unter dem Verlust des gesamten Archivs in eine biedere Parteipostille verwandelt hat.

Newcomer der Saison

Nachdem es die Anti-Antifa, Autonomen Nationalisten und die Hatecore Warriors Uckermark nicht geschafft hatten, sich auf einer Website zu präsentieren, ist das der neuesten Namensschöpfung in der rechtsextremen Szene des Landkreises, den Freien Nationalisten Uckermark (FNUM), gelungen. Mit einem Fotobericht über eine Spontandemonstration „gegen linken Terror“ Anfang September im Zentrum von Angermünde, vor dem Rathaus gleich neben der Polizeiwache wurde die Website online gestellt. Die Fotos sind mittlerweile verschwunden. So leicht wollte man es der Polizei wohl doch nicht machen. Dafür sind zwei weitere Demonstrationsberichte aus Berlin und über den Frust von Leipzig hinzugekommen. Das Gästebuch wird fast täglich genutzt. Liest man sich die auf der Website dargestellten Gesetzestexte durch, kann man davon ausgehen, dass die FNUM-ler in Zukunft mit Propaganda-Aktionen für Aufmerksamkeit sorgen wollen.

Verweise erteilen die FNUMler auf ihrer Website lediglich in Richtung der Leipzig-Demonstration vom 17. Oktober und zum Reichsbürger Jörg Erdmannsky, der versucht nachzuweisen, dass die Bundesrepublik Deutschland als Staat nicht existiert.

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