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04.04.2009

Rechter Templiner Schläger verurteilt

Beleidigung Templiner Bürger indischer Herkunft konnte nicht verhandelt werden

Prenzlau (ipr) Am Donnerstag dieser Woche wurde der zur rechten Templiner Szene zählende Ronny Fred M. wegen mehrerer Gewalttaten zu einer Gesamtstrafe von 18 Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wird zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Hinzu kommen noch Schmerzensgeldzahlungen in Höhe von 250 und 500 Euro. Die Beleidigung einer Templiner Bürgerin mit indischer Herkunft als „Scheiß Ausländer!“ konnte wegen eines Formfehlers nicht verhandelt werden.

Das Gericht sah es als Erwiesen an, dass der 18-jährige Ronny Fred M., der während der Verhandlung auf einen Rechtsbeistand verzichtete, am 13. Oktober 2008 sowohl eine junge Frau vor dem Edeka-Markt in Templin geschlagen als auch zwei der Frau zur Hilfe eilende junge Männer geschlagen, getreten und erheblich verletzt hatte.

Der Angeklagte, der sich recht patzig gegenüber dem Gericht äußerte, stellte seine Taten als Notwehr dar und wurde in dieser Haltung lediglich von seiner 15-jährigen Freundin unterstützt. Alle anderen Zeugen – inklusive der Opfer – behaupteten, dass die Aggression von Ronny Fred M. ausging.

Hintergrund der Taten war ein Beziehungstratsch. Das eine Opfer, Manja K. (20), hatte über einen Seitensprung von Ronny Fred M. in ihrem Bekanntenkreis berichtet. Ronny Fred. M. wollte sie daraufhin zur Rede stellen, was dann in eine doch recht einseitige Schlägerei ausartete.

Während der Verhandlung wurde mit Zustimmung des Angeklagten eine weitere Anklage verhandelt. Die Öffentlichkeit wurde daraufhin von der Verhandlung nach Verlesung der Anklageschrift ausgeschlossen, da Ronny Fred M. zum Zeitpunkt dieser Tat noch ein Jugendlicher war.

Gemeinschaftliche schwere Körperverletzung wurde hier Ronny Fred M. und dem zweiten gesondert verfolgten Mike B. vorgeworfen. Dabei soll das Opfer in den Schwitzkasten genommen worden und mit Faustschlägen und Tritten an den Kopf traktiert worden sein. Das Opfer soll dann am Boden liegend mit Stahlkappenschuhen an den Hinterkopf getreten und dazu mit einem Besen geprügelt worden sein.

Die Beleidigung einer Templiner Bürgerin indischer Herkunft konnte gar nicht erst verhandelt werden, da man bei der Anklage davon ausging, dass nicht sie sondern ihr Ehemann als „Scheiß Ausländer!“ beleidigt worden war. Er war es auch, der die Anzeige bei der Polizei unterschrieben hatte. Damit war die Anzeige hinfällig. Im Zeugenstand erkannte Rajit R. die 15-jährige Freundin von Ronny Fred M. als diejenige wieder, die sein Kinder vor dem Haus beschimpft und bedroht hatte. Der Richter forderte Rajit R. auf umgehend Anzeige zu erstatten.



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