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news >> 2014 >> 090311_01

11.03.2009

Rechtsextreme Freizeitfußballer beim "FC Einheit 06" Prenzlau

Bürgermeister Prenzlaus wartet auf öffentliche Distanzierung

Prenzlau (ipr) Der Bürgermeister von Prenzlau wartet weiterhin auf eine öffentliche Distanzierung der Klubmitglieder des "FC Einheit 06" vom rechtsextremen Gedankengut, das auf der Website und auf den Trikots des Klubs bisher transportiert worden ist. Das erläuterte Hans Peter Moser im Rahmen eines Pressegespräches zur Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung am Mittwoch Morgen. Sollte diese Distanzierung der Freizeitfußballer in der lokalen Presse nicht erfolgen, werde die Stadt kein Plätze mehr für Spiele dieses Klubs zur Verfügung stellen.


foto: ipr
Mit dieser Erklärung geraten die Klubmitglieder in Zugzwang, denn die Rückrunde der Prenzlauer Kleinfeldligen beginnt am 4. April. Der Klub war in die Kritik geraten, weil er ein Vereinslogo nutzte, das den Reichsadler aus der Nazizeit darstellte – allerdings ohne Hakenkreuz – und sich im Internet als Teil des rechtsextremen "Bündnis Uckermark" präsentierte. Dazu wurde auf den Trikots für die Firma eines überregional bekannten Rechtextremisten, dem Eberswalder Gordon Reinholz, der auch das Logo entworfen haben soll, und einer Prenzlauer Schankstube geworben, die für ihr rechtes Klientel bekannt ist.

In einem Gespräch zwischen Stadtverwaltung und Klubverantwortlichen, das in der letzten Woche stattfand, hatten diese zwar zum Ausdruck gebracht, dass sie und auch die Mehrheit der anderen Mitglieder des Klubs nichts mit der NPD oder anderen rechtsextremistischen Parteien und Organisationen zu tun haben wollten. Sie hatten aber auch eingeräumt, dass die unüberlegte Tolerierung rechten Gedankenguts einiger Mitglieder dem Ruf des Klubs geschadet habe. Um diesen Schaden zu begrenzen, wollten sich die Klubmitglieder öffentlich distanzieren.

FC Einheit-Chef Heiko Bruder (35) aus Schmachtenhagen, der auch für die Gestaltung der Website zuständig ist, hat mittlerweile in der Prenzlauer Zeitung eingeräumt: "Wir wollen nur Fußball spielen." Er selbst, hieß es dort weiter, bekenne sich zu einer rechts-konservativen Gesinnung. "Das aber ist meine private Meinung und soll in Zukunft nicht mehr mit dem Fußball vermischt werden. Unser Verein hat mit Nazis nichts zu tun."

Das klingt allerdings eher nach dem politischen Bekenntnis eines Einzelnen als nach einer Distanzierung der Klubmitglieder von rechtsextremem Gedankengut. So ähnlich sieht das der Bürgermeister Prenzlaus auch.

Vereine in der Pflicht

In einem Gespräch zwischen Polizei, Stadtsportring, zuständigem Amtsleiter und Bürgermeister, das letzte Woche Donnerstag stattfand, wurde von Seiten der Stadt klar gestellt, dass es Sache der Sportverantwortlichen und Sportler sei, darauf zu achten, dass rechtsextreme Haltungen und Symbolik nicht weiter in Vereinen und auf den Sportplätzen um sich greifen. "Allein die Tatsache, dass bisher niemand auf das Vereinssymbol reagiert hat," heißt es in einer Erklärung der Stadt, "belegt, dass zu der Thematik rechter Gesinnung und Symbolik in den Sportvereinen künftig eine offensivere Auseinandersetzung geführt werden muss."

Stefan Hahlweg, der Sprecher des Stadtsportrings und Vorsitzende des "PSV Uckermark" erklärte gegenüber "gegenrede.info" dass es morgen ein Gespräch zwischen Stadtsportring und den Staffelleitern von Stadtliga und Stadtklasse geben werde, um auszuloten, wie man nun weiter mit den rechtsradikalen Freizeitfußballern vom "FC Einheit 06" umgehe.



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