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09.10.2008
NPD Wahlergebnis in der Uckermark
Ideologisch gefestigte Stammwählerschaft
von Axel Krumrey
Wichtig ist es aus meiner Sicht zu sagen, dass die NPD in diversen Orten trotz Frau Hack, die nun ganz und gar nicht den jugendlichen Stil der NPD repräsentiert, gewählt wurde. Stell sich mal jemand vor, was passierte, wenn die NPD einen halbwegs passablen Kandidaten findet ...
Dass Frau Hack gewählt wurde belegt aus meiner Sicht, dass es völlig egal ist, welche rechtsextreme Kraft mit wem antritt - sie wird so oder so gewählt. Es handelt sich somit eben ganz klar nicht um "dumpfen Protest", sondern um eine wenigstens teilweise ideologisch gefestigte Stammwählerschaft, mehr noch um ein Milieu, das sich durch rechtsextreme Gruppierungen vertreten fühlt. Die Organisierung ist zwar schwach, aber die Fremdenfeindlichkeit der Kitt, der diese Cliquen zunächst zusammen hält. Die Aktionen dieser Gruppen genießen dann sogar gewisse Sympathie bei älteren Bewohnern, die ebenso fremdenfeindliche Anwandlungen haben. Außerdem sind es ja meistens "Jungens" aus dem Dorf, die man nur zu ungern aus der "Dorfgemeinschaft" verstoßen möchte. Potzlow lässt grüßen. Eher wird die Verschwörung gegen die eigene Gemeinde vermutet, als sich von rechtsextremen Bekannten zu distanzieren.
Leider spielen die Medien, die immer auf der Suche nach einer guten Story sind, dabei selten eine gute Rolle und verfälschen mitunter das reelle Bild. Schließlich dürfen die zarten Pflänzchen demokratischen Agierens in solchen Orten nicht durch eine pauschalisierende Berichterstattung zertreten werden.Es gilt, auf die Probleme aufmerksam zu machen, dabei jedoch konstruktiv-kritisch vorzugehen. Eine Hau-drauf-Taktik ist zu undifferenziert. Bei jeder berechtigten Kritik und schonungslosen Offenlegung der tatsächlichen Verhältnisse, muss immer eine Perspektive geboten werden und die darf nicht extrem sein.
 
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