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07.10.2008

Antwort auf Bernhard Nürnberger "Mehr als ein Schönheitsfehler ..."

Mecklenburg-Vorpommern lässt Grüßen II

von Peter Huth

1. Bei den Kreistagswahlen in der Uckermark hat die NPD vier Prozent der Stimmen erhalten. In der Gemeinde Randowtal, der Stadt Brüssow, in Carmzow-Wallmow ist es mit ca acht Prozent eine Verdoppelung zum UM-Durchschnitt. Darüber sollten wir nachdenken.

2. „Die Überschrift „Mecklenburg-Vorpommern lässt Grüßen“ besagt, es gab in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren eine Strategie „über die Dörfer in die Städte“, die auch in Brandenburg Erfolg haben könnte. Da zu behaupten, die Überschrift suggeriere, dass MeckVor fest in der Hand der Rechten sei, grenzt schon an Bösartigkeit.

3. „Übrigens: Wenn die Jungs aus der Clique in Bagemühl nicht mit NPD-Stickern rum laufen, ist das ein gutes Zeichen. Und spricht für’s Dorf.“

Die Jungs wählen die elegantere Variante, sie tragen die Modemarke „Thor Steinar“ zur Schau. Sie sitzen damit übrigens auch in der „Linde“.

4. Es gibt keine Ureinwohner der Nordostuckermark. Es gibt welche, die länger hier leben oder welche, die kürzer hier leben. Viele sind selbst mal Fremde gewesen. Mich begeistern immer die hugenottischen Namen, die unter den Nazis auftauchen.

5. Herr Kumkar redet als Ortsbürgermeister. Herr Frank spricht das aus, was zwischen Löcknitz Gartz und Prenzlau durch die Landschaft wabert, und das mir fast täglich in unterschiedlichsten Formen begegnet und nicht das, was ich als Journalist hören will.

6. Wenn dieser Artikel kontraproduktiv ist, was ist dann produktiv, den Mantel des Schweigens über die NPD-Wahlergebnisse zu decken und zu hoffen, dass die nächste Wahl andere Ergebnisse bringt?

7. Wenn die Verantwortlichen des Windstromerzeugers Enertrag auf der Klaviatur der Fremdenfeindlichkeit spielen, dann tun sie dass, weil sie die vorhandene Fremdenfeindlichkeit erkennen und für ihre Interessen ausnutzen wollen. Auf der anderen Seite waren die Mitarbeiter der Enertrag die einzigen Menschen, die öffentlich gegen die massive Beschädigung der polnischen Autos in Löcknitz im Januar 2008 protestiert haben.

8. Die Formulierung „teile und herrsche“ – und jetzt benutze ich das Wort – suggeriert, es gäbe eine große Gemeinsamkeit zwischen Dorfbewohnern und Wochenendberlinern. Das halte ich für ein Gerücht.

9. Vielleicht ist es ja auch etwas schwierig, die NPD-Aufkleber aus Mecklenburg-Vorpommern an den Laternenmasten zu sehen und abzureißen, wenn man ständig die Nase hoch trägt, um die verhassten Windmühlenflügel nicht aus den Augen zu verlieren.

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