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news >> 2021 >> 210426_01

26.04.2021

Stadt Prenzlau behindert Protest gegen AfD-Demo

Fantasie nicht gefragt

Prenzlau (ipr) Freitagabend fand auf dem Prenzlauer Marktberg mal wieder eine AfD-Demo statt. Etwa 100 Menschen protestierten maskiert gegen die aktuellen Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung. Statt der obligatorischen Gegendemo wollten AntifaschistInnen aus der Uckermark die Coronaleugner diesmal mit einem Gemälde überraschen. Doch Prenzlaus Bürgermeister hatte etwas dagegen.


foto: privat

Ab 15:00Uhr entstand dann auch auf dem Boden des Marktberges ein etwa 150 m² großes Kreidegemälde. Gezeichnet wurden ein Regenbogen und eine Menschenkette und dazu der Slogan: "BLEIBT SOLIDARISCH! EGOISMUS ist keine ALTERNATIVE".

Die Aktion war bei der zuständigen Behörde Anfang der Woche angemeldet worden. Vereinbart war, dass die Kreide leicht abwaschbar sein sollte damit am nächsten Tag die Steinplatten des Marktberges durch die Veranstalter leicht gereinigt werden könnten. Donnerstag Mittag meldete sich dann die Stadt Prenzlau beim Anmelder der Aktion und teilte mit, dass man die Malaktion nicht zulassen will. Bei einem Telefonat mit Bürgermeister Sommer einigte man sich darauf, das gemalt werden darf, dass dieses Gemälde aber noch vor Beginn der AfD-Veranstaltung wieder entfernt werden muss. Auf die Frage nach den Gründen dieser Auflage schrieb Bürgermeister Sommer: "Am letzten Wochenende durfte ich für ähnliche – natürlich nicht genehmigte – Sprüche ca. 1500 Euro Beseitigungskosten aufwenden. Es sollte dieses Mal nicht als Ermunterung für weitere Malereien verstanden werden."

Laut Polizei wurden bei beiden Veranstaltungen die Corona-Auflagen von den Menschen eingehalten.

Kommentar


Links unten die Unterschrift "NSC"foto: ipr

Eine Argumentation, die wenig überzeugt. Für Graffiti braucht es keine Ermunterung. Die Stadt ist voll davon. Aber eine, die zur Solidarität mit Coronaopfern aufruft, ist gegenrede.info noch nicht untergekommen. Eher das Gegenteil ist der Fall. So steht seit Wochen gegenüber der Grabowschule an der Giebelwand eines Wohnhauses die Aufforderung: "LASST EUCH NICHT IMPFEN!". Aber wahrscheinlich ist die Stadt hier nicht zuständig. In der Turnhalle der Grabowschule befindet sich das Prenzlauer Corona-Impfzentrum,

Aber auch selbst wenn man den Sorgen des Bürgermeisters folgt, erklärt das nicht, warum die Zeichnung noch vor der AfD-Demo wieder verschwinden musste. Damit hat der Bürgermeister - ob er es wollte oder nicht - lediglich verhindert, dass hier etwas symbolisch passiert, was die Politik der AfD zum Ausdruck bringt: Solidarität sei es mit den Flüchtlingen, sei es mit den Opfern der Pandemie oder den Geschädigten der Maßnahmen gegen die Pandemie wird mit Füßen getreten.
Peter Huth

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